VIDEO | Liszt und Murnau : eine gemeinsame Faszination für Faust

150 150 Beatrice Berrut

Erzengel Michael und Mephisto schließen einen Pakt, nach dem Mephisto die Erde gehören würde, wenn es ihm gelingt, die Seele des Gelehrten Faust zu erringen.

Als in der Stadt die Pest ausbricht, findet der Alchemist Faust kein Mittel gegen die Seuche. In seiner Verzweiflung ruft er die bösen Geister an. Mephisto, der selbst die Pest entfacht hat, erscheint und bietet ihm seine Hilfe an. Faust lässt sich auf einen Vertrag – zunächst für einen Probetag – ein, indem er als Gegenleistung Mephisto seine Seele verspricht. Mephisto erscheint also gerade in einem für ihn sehr günstigen Moment. Faust, nach lebenslanger Forschung und müßiger Hingabe seines Daseins die Wissenschaften weiter zu ergründen, ist zerschmettert und tief enttäuschct. Am Rande dieser Verzweiflung, kurz vor dem Selbstmord, steht er vor der Wahl sich auf diesen teuflischen Pakt einzulassen. Die Folgen wären verherend. Dieses Deutsche Literaturwerk umfasst wahrlich Themen, die Liszt nahestehen, wie das ständige Schwanken der menschlichen Seele zwischen Versuchung und Beständigkeit, Licht und Dunkelheit, Gott und Teufel, und die Erlösung durch den Glauben.

In der letzten Szene der Tragödie wird die Geliebte Fausts, Gretchen, durch die Flammen ihres Scheiterhaufens, hingerichtet. Faust wirft sich mit ihr ins Feuer, und beide sterben. Schlussendlich werden sie jedoch ihrer Liebe wegen erlöst und fahren auf in den Himmel. Mephisto hat seine Wette mit dem Erzengel verloren, da er besiegt wurde durch eine Macht, die er nicht kennt: Liebe.

„Nichts Edles kann geschehen, kein hohes Werk vollführt, kein Bund geschlossen werden und bewahrt, als auf dem geweihten Boden des Idealen.“

Franz Liszt (1811-1886)

„Die Kunst ist lang! Und kurz ist unser Leben!“

Johann Wolfgang von Goethe, FAUST ( 1749 – 1832 )

Die Kunst in ständiger Entwicklung

Liszt war – ähnlich wie Faust – war ständig auf der Suche und seine schöpferische Arbeit fand nie ein Ende. Über zwanzig Jahre hat es gedauert, um die Klavierkonzerte und den Totentanz zu komponieren und zu vollenden. Auch nachdem sie veröffentlicht wurden, haben sich die Werke weiterentwickelt, und Liszt gab zu, in Varianten vernarrt zu sein.

Wahrscheinlich hat die Annahme der franziskanischen Angewohnheit in einem hohen Alter, gespiegelt, die Hoffnung Liszts auf das ewige Leben durch Glauben und Hingabe. Das Thema der siegreichen Liebe lag ihm auch besonders am Herzen und war in gewisser Weise bestimmt auch schmerzhaft, da ihm selbst eine Ehe verwehrt geblieben ist : die katholische Kirche hat ihm den Ehebund mit Carolyn von Wittgensteins beharrlich verboten. Nur eine himmlische und mystische Ehe würde ihre zwei Schicksale besiegeln, und die Liebe, die er gegen Ende seines Lebens für sie fühlte, war mehr Phantasie als Wirklichkeit. Wie dem auch sei, Liszt war ein Meister der ermotionalen Klangführung und seine Kompositionen verzaubern
auch heute noch die Herzen und Gemüter.

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